„Drecksblatt, das man austrocknen muss!“ – Hintergrund der Kampagne gegen die junge Welt

Gefakte Unterschriften

In dem Aufruf „Freiheit und Sozialismus“, der zum Boykott der linken Tageszeitung junge Welt auffordert, wurden offenkundig Unterschriften gefälscht. So war zum Beispiel dort unter dem Namen von Ruben Lehnert aus Berlin-Neukölln zu lesen: „Als Freund des Trotzkismus kann ich die Stalinisten der ‚Jungen Welt‘ nicht leiden und hoffe, dass sie bankrott geht. Viva Marx 21! Grüße an Yaak Pabst und Luigi Wolf.“ Aufgeflogen ist die Manipulation erst durch einen bloßen Zufall, als sich ein Aktivist auf einer parteiinternen Mailing-Liste über Ruben Lehnerts vermeintliche Unterstützung des Aufrufs wunderte und dieser auf Nachfrage mit den Worten „Diesen Eintrag habe ich nicht verfasst“ dementierte.

Wie oft kommt es denn vor, dass die Unterschrift eines der mittlerweile über 400 Unterzeichner parteiöffentlich zum Gegenstand von Kritik wird und der Betreffende es dann auch noch mitbekommt, so dass er überhaupt die Möglichkeit hat zu dementieren? Sofern er nicht wirklich prominent ist, was hier nicht der Fall ist, mag das recht unwahrscheinlich sein. Die Frage ist, wie viele gefakte Unterschriften finden sich unter dem jW-Boykottaufruf sonst noch? Wie viele davon sind überhaupt Mitglieder? Offenkundig ist man selbst als einfacher Aktivist gezwungen, dort nachzuschauen, ob man nicht selbst Opfer einer solchen Manipulation geworden ist. Weiterlesen.





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